da ahnt man nichts schlimmes mehr, was auch sonst hätte mich nun noch persönlich treffen können, da kommt ein Anruf und man wird einbestellt zum Arzt seines Vertrauens und Freund. Schon im Gespräch deutete sich an, womit ich kaum gerechnet habe und schon überhaupt nicht konfrontiert werden wollte. Der einzige gute Aspekt dabei, so als ob ich es bereits geahnt hätte oder im Unterbewusstsein in der jüngsten Vergangenheit wirklich mit allem gebrochen zu haben, nun in der Gewissheit rechtens gehandelt zu haben. Ein Abbruch und Ende einer Episode, deren Aktivitäten stets eh nur von mir ausgingen, alle anderen Beteiligten sich von meinem schlechten Charakter derart vereinnahmt sahen, dass sie nicht dagegen zu intervenieren imstande  waren. Ich hatte lange einen Wunsch, habe aber einsehen müssen, dass mein schlechter Charakter all dies nicht zulässt. Ob es wohl einen noch schlechteren Menschen als mich gibt?

COPD – eine Geißel der modernen Menschheit. Und eine dämliche verschleppte beidseitige Lungenentzündung hat mich nun zu einem Betroffenen gemacht.

Noch drei oder fünf Jahre – und was hatte ich eigentlich noch alles vor? Ich werde jetzt wohl nur noch kleine Schritte machen, fange mit der neuen Wohnung an. Meinethalben würde ich nun auch eine wesentlich kleinere Wohnung kaufen. Hauptsache ich habe meine Ruhe für diese mir verbleibende Zeit – vielleicht sind es ja doch noch sechs oder mehr Jahre? Ausnahmen bestätigen die Regel, sagt man.

Und habe ich nicht schon mehrfach gesagt, ich habe mein Leben bereits gelebt – nun ist es wohl schneller Wirklichkeit geworden…