Ich liege im Trend, so wie ich errechnet hatte, nehme ich durch meine eigene „Diät“ ab. Planmäßig und gleichmäßig – einfach um diesen beschissenen JoJo-effekt zu besiegen.Sogar über die Jahresendfeiertage hat alles geklappt. Zu Hause gab es mehr oder weniger Fisch, in Marrakesch mageres Lahm und wenig Kohlehydrate, auch wenn ich das ein oder andere mit Genuss probiert hatte.

Heute war ich wieder im Bad, schon ab vier bis halb sechs. Nun gibt es noch einen Smoothie, grün mit einem Löffel Kokosöl, ein bisschen Computerarbeit und anschließend Ruhe.

Es ist nicht mehr lange hin, bis ich mich operieren lasse. Ich soll nun aufpassen, dass ich keine offenen Wunden, Kratzer oder so habe, es mag wohl der Angst geschuldet sein, dass ich mich damit mit einem Keim infizieren könnte. Natürlich will ich dies auch nicht, habe eh schon Sorge, dass alles seinen Gang geht – bei meiner letzten Knie-OP hatte ich einen Herzstillstand. Muss sich ja nicht wiederholen, die Ärzte sind informiert, wenden eine andere Narkose an. Und mein Wille siegt, ich mag wirklich noch nicht von dieser Welt gehen, egal was mich noch erwartet oder eben nicht. Ich sehe das sportlich und es gab noch immer eine Lösung. Schließlich möchte ich trotz allem wissen, wie lange ich lebe oder wie alt ich werden darf. Schon deshalb würde ich niemals Hand an mein Leben legen. Ich habe sicher schon weit schwierigere Krisen in meinem Leben gemeistert.  Nun ist halt alles egal. Sollte sich wohl so entwickeln. Es war eine Lektion.

Nun, da ich mein Leben grundlegend ändern mag, die OP, die längst anstand, die Scheidung von einer Frau, in deren Zusammenleben nichts etwas bedeutete, die eigentlich von Beginn an frigide war, zwanzig verlorene Jahre, die nur der Mehrung des Besitzes geschuldet waren, ich kann nur hoffen, irgendwie nach der Scheidung aus all dem heraus zu kommen und jemanden kennen zu lernen. Ich für mich habe das Leben noch nicht aufgegeben. Kann auch gerne weit jünger sein als ich, eine materielle Basis, finanzielle Sicherheit ist vorhanden. Gefühle sind wohl nun egal. Für mich jedenfalls. Hat sich nun alles relativiert. Ist eben alles egal. Es reicht nun, nicht alleine leben zu müssen. Alles andere wird es eh nicht mehr geben.