Freitag morgen war ich zur Untersuchung, ambulant, allerdings anschließend noch unter Beobachtung. Hinter den Nebenhöhlen das „Gewächs“ war nichts weiter schlimmes, wurde auch gleich ambulant beseitigt, blutet ein bisschen nach, war aber wohl eher ein Abszess oder eine Fistel. Die Gewebevermehrung unten nach der Operation scheint wohl hartnäckiger zu sein, das Gewebe wurde punktiert und ins Labor geschickt. Am Montag bekomme ich ein Ergebnis, so oder so muss es entfernt werden. Ein Teil davon ist in der Bauchhöhle, schon gut, dass es über die OP-Narbe herausgetreten war, das hat ein frühzeitiges Erkennen ermöglicht. Gegen Abend konnte ich das Krankenhaus verlassen. Ein bisschen geschockt, habe ich mir eine Auszeit genommen. Ich habe mich in mein Auto gesetzt und bin „der Nase nach gefahren“, irgendwohin. Um mich abzulenken fuhr ich Landstrasse, was vom Leben spüren und kam an den Geiseltalsee… Spontan habe ich mir dort ein Zimmer genommen. In Mücheln gibt es sogar ein Indisches Restaurant.
Ich mochte mit meinen Gedanken erst mal allein sein, nicht aber den Kopf in den Sand stecken. Manches wird vom Schicksal selbst geregelt, ich finde es nun gut, alles nur mit mir allein ausfechten zu müssen. Es war gut so, mich in die Wüste zu schicken und gleich mit der entsprechenden Beurteilung! Und nun eher das Beste: Probleme mache ich am liebsten mit mir allein aus. Im Grunde genommen war das schon immer so, ein einziges Mal fühlte ich mich angekommen, leider nur einseitig. Ich war für einen mir nahestehenden Menschen der schlechteste Mensch. Schwamm drüber, ich kann es eh nicht ändern und hätte meine Gefühle niemals so offenlegen sollen. Ein Fehler in meinem Leben, der mich ganz schön nach unten zog, der mich an mir zweifeln und mich bis heute in Bodenlose fallen ließ.

Ich hoffe, dass dieses beseitigte Gewächs, ob es nun eine Fistel oder ein Abszess war ist mir egal, nun endlich meine CRP-Werte senken wird. Ich war bereits im Mai beim Zahnarzt und es wurden meine Kiefer geröntgt, obwohl dabei auch Nebenhöhlen abgebildet wurden, konnte die Zahnärztin nichts erkennen.

Nach dem Entfernen am Freitag hat es noch geblutet und oder geeitert. Von den Zahnwurzeln kam das nicht. Aber vielleicht kann ich nun besser atmen, ruhiger ruhiger oder leiser schlafen?

Das Wochenende hatte ich am Geiseltalsee verbracht und bin gerade wieder nach Hause gekommen. Ein bisschen Leichtigkeit und Kraft getankt kann ich morgen dem Ergebnis gegenübertreten. Und, wenn ich eins im Leben gelernt habe, irgendwie geht es immer weiter. Und tot ist Tod. Ich werde mein Leben, auch wenn ich es fortan alleine lebe – nach meinen Erlebnissen und Beurteilungen werde ich niemanden mehr meine Gegenwart aufdrängen. Ich lebe allein, nach meinem Willen, vorzüglich. Früher konnte ich nicht glauben, wie schön „alleinsein“ sein kann, bis ich auf das Härteste darauf gestoßen wurde. Ich kann derjenigen nicht genug danken.
Über das Ergebnis morgen werde ich nur schreiben, wenn es positiv ausfällt. Keine Angst, die schlimmeren Dinge macht wohl jeder Mensch am Besten mit sich selbst aus. Ich wüsste auch niemanden mehr, der mir so nahe stünde, als dass ich jemandem an all dem teilhaben lassen wollen würde…
Meine Formel wegen des Alleinseins ist schnell formuliert – Man kann halt nur einmal im Leben richtig lieben – wenn es eben nur einseitig war ist das für den einen eine Qual für die andere eine Erlösung. Damit kann ich gut leben.