• Unterlagen sichern: Sammeln Sie alle Unterlagen, machen Sie sich zur Not Kopien: Eheurkunde, Belege über Ihr Einkommen (Lohnzettel, Steuerunterlagen, Bilanz bei Selbstständigen) und das Vermögen (Kontoauszüge, Versicherungspolicen, Kaufverträge). Das gilt auch für die gemeinsamen Ausgaben (Miete, Nebenkosten, Versicherungen) und Schulden.
  • Einkommen ermitteln: Listen Sie alle Einnahmen, auch die des Partners, auf: Monatseinkommen, Belege über Prämien, Weihnachts- und Urlaubsgeld, Einnahmen aus Nebenjobs, Zinsen und Mieteinnahmen. Sie benötigen den Vermögensausgleich und auch eventuelle Unterhaltsforderungen.
  • Versicherungen: Klären Sie, wer welche Versicherung übernimmt und welche gekündigt werden soll. Achten Sie zudem darauf, ob sie in Renten- oder Lebensversicherungen die Bezugsperson ändern möchten.
  • Bank: Versuchen Sie so schnell wie möglich, ihr eignes Bankkonto einzurichten. Kündigen Sie die Dispo-Kredite, damit Ihr Partner nicht noch Schulden machen kann. Denn: Bei gemeinsamen Konten und Verträgen haften Sie auch gemeinsam! Ansonsten muss jeder nur für seine eigenen Schulden geradestehen. Widerrufen Sie Vollmachten, die Sie ihren Partner gegeben haben, und vergessen Sie nicht die EC-Karten bzw. Kreditkarten. Überprüfen Sie außerdem die Lastschriften, Sie können das Geld bis zu sechs Wochen zurückholen.
  • Internet: Sie benutzen eine gemeinsame E-Mail-Adresse und sonstige Online-Accounts? Ändern Sie so schnell wie möglich die Passwörter oder richten Sie sich neue Konten ein. Hier gilt das Gleiche, wie bei den Banken.
  • Auszug: Mit einem voreiligen Auszug verschlechtern Sie Ihre Position vor Gericht, wenn Sie später doch in der gemeinsamen Wohnung oder dem Eigenheim wohnen bleiben wollen. Bitte bedenken Sie: Das Nutzungsrecht des Wohnraums erhält meist derjenige, bei denen die Kinder hauptsächlich wohnen werden. Auch sollten Sie vor dem Auszug den gemeinsamen Hausrat erfassen.
  • Hausrat: Der Hausrat umfasst Gegenstände, die sie während der Ehe zur gemeinsamen Lebensführung genutzt haben. Dazu zählen die Wohnungseinrichtung, Geschirr, Vorräte, der Staubsauger, gemeinsame Wäsche, Waschmaschine, Unterhaltungselektronik, Bücher, Sportgeräte. Aber auch das Auto, sofern es für den privaten Gebrauch genutzt wurde. Diese Werte werden geteilt. Dabei ist es egal, in wessen Eigentum sich der Gegenstand befindet. Es spielt keine Rolle, ob Sie das Sofa mit in die Ehe gebracht oder ob Sie es sich später gemeinsam angeschafft haben! Es gehört zum Hausrat.
  • Kunst und Wertanlagen gehören dem, der sie gekauft hat. Darunter kann auch die teure Stereoanlage fallen. Sichern Sie sich die Kaufbelege! Auch persönliche Geschenke gehören weiter Ihnen: Hier reicht eine kurze Notiz vom Schenker.
  • Haustiere: sind vor dem Gesetz nur Gegenstände. Sie gehören dem, der sie gekauft hat. Sie können sich auch einigen, wer das Tier bekommt und sogar eine Umgangsregelung vereinbaren. Falls das Tier eine gemeinsame Anschaffung war und sie sich nicht einigen, kann der Richter eine Versteigerung anordnen.
  • Testament: Die erbrechtliche Lage ändert sich erst nach der Scheidung. Wünschen Sie bereits vorher eine andere Erbfolge, setzen Sie im Trennungsjahr ein eigenes Testament auf und widerrufen Sie gegebenenfalls das vorherige.