ich hatte heute viel zu tun, kurzfristig hatte ich mir zu überlegen, zu verreisen oder ein paar Freunde und Bekannte einzuladen. Das ist in unserem Alter ja nun nicht mehr schwierig, Kinder sind aus dem Haus, manche leben allein, also es war mal wieder an der Zeit etwas auf die Beine zu stellen und für Ablenkung zu sorgen.
Zwei Tage Vorbereitung, und es war ein Glücksgriff, eine so gute Unterstützerin in jener Frau gefunden zu haben, die seit dem 14.11. sich um meinen und immer noch um den gesamten Haushalt kümmert.

Ich hatte ein bisschen zu viel vorbereitet. Es sollte eben niemand hungrig vom Tisch aufstehen – und, an einem solchen Tag darf es gern auch mal was außerordentliches sein.
Zuor gab es einen guten Portwein zum Einstimmen auf den Abend.
Trotz allem werde ich noch immer auf mein Gewicht achten. Deshalb gab es Fisch: Gebackener Stör auf Gemüsebett mit Shiitake-Pilzen – einzige Änderung zum Rezept: ich nahm noch Fenchelknollen, Wurzelptersilie, Meerrettich am Stück und frischen Ingwer in ein paar Scheiben.
Karpfen blau, wie gewünscht, wäre für alle zu wenig gewesen und gleichzeitig mehrere Fische blau zu machen übersteigt die Kapazität meiner Küche.
Dazu gab es Kartoffel-Mandel-Bällchen, Rosmarinkartoffeln und Pellkartoffeln. Ein vortreffliches Mahl.
Anschließend war „Bescherung“ – halt symbolische Kleinigkeiten, zwei Pakete wurden verlost – dafür gabs keinen Empfänger mehr.
Meine nette Haushalthilfe hat für die Zeit nach dem Festmahl noch Häppchen, Schnittchen oder eben Fingerfood zubereitet und bereitgestellt.
Gut dass ich eine so große Wohnung habe und die Olga schon am Donnerstag verreist ist.
Es wurde viel geredet, gespielt (!), es war eben ein ganz anderes Flair als all die Jahre mit der Olga, die jedweden Wunsch, gemeinsam mit Freunden zu feiern zunichte gemacht hat. Und leider ist mir der Ausbruch nach einem Stück richtigen Lebens auch nicht geglückt.
Wenn vielleicht auch dieses Jahr ein sehr trauriges Ende hatte, bin ich aber wohl doch so aufgeschreckt worden, in meinem Leben vieles zu ändern. Das ist schon mal ein guter Neuanfang für mich. Sicher ist die OP aufregend, das Geld hätte ich mir vielleicht sparen können, aber was soll`s – sonst hätte ich es für was anderes ausgegeben, und da wäre es für mich auch weg gewesen. Und was bedeutet heute noch Geld?
Der letzte Abend war nach langer, langer Zeit wieder einmal ein ausgelassener, lustiger Abend, wie konnte ich solch eine lange dunkle Zeit überhaupt zulassen? Lag es nur an dem bisschen Geld? Ich habe es nicht ausgegeben, also denke ich mal nicht, dass mich überhaupt das fasziniert hat. Geld macht nicht glücklich. Ich konnte im gewissen Rahmen tun und lassen was ich wollte, dennoch gab es wohl Dinge, die ich aus moralischen und charakterlichen Gründen nicht tat. Aber ich hatte meine Ruhe vor dieser frigiden Frau. Und als es soweit war, hatte ich vorher meine Gründe kundgetan. Aber auch das ist nun vorbei. Es war eh immer ein Gradwanderung zwischen einem großartigen Menschen auf der Sonnenseite und meinen Gedanken und der boshaften Frau auf der Schattenseite. Hingerissen zur oder eben von der „Sonnenseite, aber durch sämtliche Attacken der Olga hergerissen, konnte und sollte daraus wohl nichts werden. Dieses hin und her hat viel zerstört. Es war nicht einfach für mich – das Jahr 2016! Letztendlich habe ich das eine erledigt und das andere, was ich so gerne wollte, verloren, einfach nur verloren. C’est la vie….