Donnerstag Abend hat es mich entschärft. Das jüngst Erlebte wollte mein Herz nicht in Einklang mit meinem Körper bringen, wohl war ich zu aufgewühlt, das alles rasch zu verarbeiten. Trotzdem gehe ich davon aus, dass es richtig war deren Negativmeinung über michg stillschweigend zu bestätigen. Alles hat eben mal ein Ende.

Meins ist gott sei dank noch immer nicht gekommen. Ich werde nach ein paar Tagen Beobachtung erst mal zur Kur fahren.  Scheint wohl nicht so einfach zu sein, Gefühle zu vernichten oder wenigstens zu vertreiben, einfach auslöschen. Schade, dass ich solch ein Monster bin. Ohne dieses Stigma würde ich mich sicher wohler fühlen.

Erst mal noch ein paar Tage hier rumliegen, dann fahre ich kuren. Sicher kann ich da auch unter Aufsicht besser abnehmen. Wahrscheilich kam eines zum anderen, das Abnehmen und das auslöschen der eben sinnlosen Gefühle. Ich dachte immer, mit einem endgültigen  Schlussstrich: der Verstand trägt die getroffene Meinung oder Einstellung, der Körper oder das Herz, vielleicht auch das, was andere „die Seele“ nennen wird sich dem unterordnen. Es ist wohl nicht so einfach – als das am Donnerstag passierte, war mir das alles wieder plötzlich  ganz nah in meinem Unterbewußtsein und auch anhand der Sachen, die mir  später vom Personal erzählt wurden. Sicher und auch gut, dass ich manches nicht bewußt wahrnehmen konnte.  Gefühle können krank machen, warum dies mich nun treffen sollte, keine Ahnung. Unkraut vergeht nicht – und die Kur ist erst mal sehr weit weg, es ist, als würde man in ein neues Leben gehen….(Bildlich)

Ich werde am Mittelmeer zur Kur gehen, muss zwar etwas mehr zuzahlen, aber dafür wird es eine Zeit sein, die mich hoffentlich zu dem werden lässt, was ich vor mehr als drei Jahren war. All diese schlechten Züge, all dieses dämliche Tun muss endlich vorbei sein, ausgelöscht und vielleicht habe ich dann eine Chance, eine neue, dauerhafte Beziehung einzugehen, an Kandidatinnen mangelt es nicht. Hat es nie gemangelt, nur ich wollte meinem starken Gefühl zu jenem Menschen nachgeben – welch Dummheit von mir.

Es ist spät, ich kann zwar nicht schlafen – aber die Schwester verlangt es von mir. Ich bin diszipliniert…..

2016/03/14 Nachtrag

Ich möchte diese Gefühle nicht mehr überbewerten. Es kamen einfach auch andere Dinge zusammen. Da war das, wie bereits ausgesprochen, mein wirklich kleinstes Problem.Und das gibt es nicht mehr. Ich war ein fettes Monster, oder wie auch immer, und habe mir etwas vorgemacht. Etwas, was es stets nur einseitig gab und was ich unbedingt mal hatte ändern wollen. Es war von Beginn an aussichtslos- schön dass sie wohl so viel Mitleid zeigte und sich damit sicher auch selbst beschädigte. Auch ging ihre langjährige Beziehung den Bach runter, sicher auch durch mich. Es war ein Fehler, eine Verbohrtheit, etwas was man nicht wieder gut machen, vielleicht aber irgendwann auslöschen kann.

Dennoch war es mein kleinstes Problem. Obwohl nicht lösbar, aber dennoch auslöschbar. Mein eiserner Wille verbietet mir daran zu denken oder mich zu erinnern – das klappt tagsüber schon sehr gut.  Nach wie vor ist die Olga ein Problem für mich. Aber lösbar. Mein größtes Problem ist meine von mir selbstgeschaffene „Altersvorsorge“.  Neben Lebensversicherungen, anderen Anlagen halte ich derzeit noch 87 Aktien in unterschiedlicher Anzahl.  Mein Portfolio begann zu schmelzen. Ich habe jahrelang Gefühlen nach gehangen und nach getrauert, so dass ich wichtige Dinge schleifen lassen habe. Auch die beste Software kann bestimmte Entscheidungen eben nicht vorweg nehmen.

Von daher war es eben gut, dass ich am Donnerstag einen „Schuß vor den Bug“ bekommen habe, um wieder auf Kurs zu kommen.  Wenn es vorbei gewesen wäre, hätte ich davon kaum etwas gemerkt. So würde ich mir den Tod vorstellen. Zack und weg – aber erst in 30 Jahren ….

Hoffentlich gelingt es mir nun noch besser, das Erlebte alles auszulöschen und damit unbeschwert etwas anderes anfangen zu können. Alles andere ist nicht real, wäre auch nie real geworden, da hätte ich tun können, was ich wollte – Monster bleibt Monster.