Ich werde heute um drei nach Hause fahren, Mich seelisch und moralisch auf morgen vorbereiten. Meine Freunde wollten heute eigentlich direkt zum Restaurant „Lasso“ fahren zum Steakessen. Heute steht mir nicht der Sinn danach. Ich bleibe zuhause. Bestenfalls gehe ich hier irgendwo essen, vielleicht zum Kroaten – mediterran?
Ich möchte es heute ein bisschen ruhiger haben.
Wenn das Leben einem immer mehr Unbill bringt, mag es doch auch irgendwann wieder anders herum gehen. Früher hatte ich doch auch immer Glück, bin nirgends angeeckt, trotzdem meinen Kopf durchgesetzt und gelebt wie ich wollte – fast, paar Fehler habe ich gemacht. Aber nun nachdem ich all das korrigiert hatte, geht es mir körperlich schlecht, sehr schlecht. Dabei wollte ich nur wissen, dass alles besser werden kann – für mich. Mit den Operationen wollte ich mir beweisen, dass man fast alles korrigieren kann. Und ganz sicher ist es bei anderen auch besser gewesen. Ich dagegen habe auch hier in die Scheiße gegriffen, alle möglichen Keime, Bakterien habe ich angezogen, Infektionen, Entzündungen ausgebrütet und nun ein Gewächs im unternbauch und hinter den Nasennebenhöhlen. Und trotzdem die Hoffnung für mich, dass das noch nicht das Ende ist. Operieren lassen werde ich mich, ich gehe ja auch immer noch von einer Fibrose aus, sollte sich wider Erwarten etwas anderes herausstellen, ich verzichte auf jegliche Chemotherapie. Das unnötige Geld dafür kann man sich sparen.
Natron, Cannabis, Moringa und alle meine Kräuter und Beeren würden da mehr helfen als die Chemotherapie.
Soweit ist es ja noch nicht, und einfach aufgeben kommt nicht in Frage. Ich habe nicht mein ganzes Leben gearbeitet und gespart um jetzt einfach ins Gras zu beißen…
Wenn ich noch mal mit einem blauen Auge davon komme, werde ich wohl nicht mehr solche Entscheidungen treffen. Es ist mir egal, wie schlecht ich auf alle anderen Menschen wirke, welchen Eindruck ich hinterlasse. Allein zu leben heißt eben auch, dass mich das alles nicht mehr berührt.