So viele Gedanken schwirren durch den Kopf, lassen mich einfach nicht zur Ruhe kommen. Dabei ist nun nach dem Essen erst mal Ruhe. Ist es nun mein Fluch nicht mehr zur Ruhe kommen zu können?
Gut, dass ich gestern meine Mittagsruhe vorzeitig beenden konnte. Ich bekam Besuch einer netten Bekannten. Die war so aufgeregt, dass ich hier bin ohne eine abschließende Diagnose, dass sie mich unbedingt besuchen wollte.
Auch meine Beruhigung, es kann kein Krebs sein, auch Herz und Lunge sind ok, die Bauchspeicheldrüse und die Leber machen keine Mätzchen, hat sie wohl nicht sehr beruhigt.
Ich hatte mich gefreut, wir waren Tee trinken in der Cafeteria und anschließend ein bisschen draußen an der frischen Luft.
Ein bisschen nachdenklich hat mich der Besuch dann doch gemacht, zumal ich noch immer keine Ahnung habe, warum die Blutwerte so verrückt spielen, mein Sprunggelenk nun schon mehr als eine Woche sehr stark geschwollen ist und massive, wirklich massive Schmerzen verursacht. Sollten es vielleicht doch Bakterien sein, die meinen Körper bei einer OP befallen haben könnten? Ist irgendwas schief gelaufen? Habe ich meine Gesundheit durch die beiden Narkosen ruiniert? Fragen über Fragen – keine Antwort: das zermürbt. Und wenn dann noch wer kommt und schwarze Wolken aufziehen läßt, macht die Sache nun auch nicht besser. Ich will mich nun einfach nicht wieder runterziehen lassen. Das hatten meine dämlichen Gefühle die letzten fünf Jahre gemacht. Und am Ende hatte eh der Verstand recht.
Wenn Besucher nur kommen um zu sehen wie schlecht es mir derzeit geht, kann ich darauf verzichten. Ich kann mit der Situation schon ganz gut alleine fertig werden – habe ja in der Vergangenheit dazu leichtere Übungen gehabt. Und da dachte ich immer, ohne dieses Gefühl würde eine – meine – Welt zusammenbrechen. Die Welt steht noch!
Und nach all dem, was ich mir in letzter Zeit abgewöhnt hatte, kann ich nun auch in aller Ruhe auf ein Ergebnis warten und gefestigt meinem Schicksal entgegen sehen. Ich muss nun keine Bäume mehr ausreißen. Ich will und kann gerne mit dem was ich habe so vor mich hin leben.
Pläne und Wünsche habe ich nun ohnehin nicht mehr – mal sehen wohin mich die zu erlebenden Tage treiben.