Der Sonntag hat sich bis jetzt sehr lang gezogen. Aber es gab ein gewünschtes Frühstück wie zu Hause, ein leichtes Mittagessen und anschließend bin ich aufgestanden und zum Kaffee trinken gegangen. Es gibt hier weitere Patienten, die gleiche oder ähnliche Operationen hinter sich haben. Und dennoch ist alles recht anonym. Und ich kann sagen, es trifft auch Sternchen.
Und dennoch kann man sich auf dieser Basis vortrefflich unterhalten. Jemand sagte mir beispielsweise, dass es in Zürich eine Klinik gibt, die eine neue Therapie für COPD- und Schlafapnoepatienten (also gegen Schnarchen und Atmungsaussetzer) entwickelt hat. Die Ergebnisse sehen gut aus. Ich werde mich mal näher informieren. Und außerdem habe ich vor etwas an meinem Gesicht verändern zu lassen. Es wird also in diesem Jahr zwei weitere Eingriffe geben.
Und wann soll ich das tun, wenn nicht jetzt? Ich bin allein, keinem rechenschaftspflichtig, kann tun und lassen, was ich möchte. Um von nutz- und wertlosen Menschen nach jener Ansicht wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rutschen, bedarf es eben ein paar solcher Korrekturen. Ich hätte es ja wertvoller gesehen, wenn man mir alle meine Fehler so eindeutig benannt hätte. Sicher hätte ich das ein oder andere gleich mit korrigieren können – so muss ich halt von selbst darauf kommen und einschätzen, was mir noch gut tun könnte. Ein Trost, das die Ärzte in der Regel wissen, was zu tun ist, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen.
Es war jedenfalls ein schöner Nachmittag in einer sehr guten Runde, die über viele Dinge diskutiert haben. Ich weiß nun, auch mein Altersproblem für diesen Schritt ist nicht einmalig.