Kurz vor Mittag bin ich heute mit der Tierärztin ins Gebirge gefahren, nach Stravets, einem ehemaligen Ferienlager und einem Hotel im Wald in den Rhodopen zwischen Bulgarien und Griechenland. Dort oben gibt es eine frische Brise. Es war also von der Temperatur her angenehm – es war auch in dieser Begleitung sehr angenehm.  Sie ist nur wenige Jahre jünger als ich,  wenn ich mit ihr diskutiere oder auch all das was sie und mich interessiert, passt schon. Es ist halt noch immer so, ein „Sekundenblick“ in die Augen und schon geht das Herz eigene Wege. Sie ist eine der sehr wenigen Frauen, mit der man sofort über alles reden kann. Freilich wird es nie so sein, wie mit jener Frau, der ich soviel zu verdanken habe und die eben damals und eigentlich auch heute so etwas besonderes war. Diese Frau nun ist ihr ähnlich, es fehlt irgendwie etwas. Und sie muss nun nicht irgendwem sich anschließen, sie hat alles, hat aus ihrem Leben hier eben das Beste gemacht.

Sie wäre jemand, mit der ich mir eine „bilaterale“ Beziehung vorstellen könnte – eine Beziehung ohne jegliche „Einschränkungen“ kann ich mir wirklich nur mit jener Jugendliebe vorstellen – und das wird es nun nie geben.

Ich bin wirklich ehrlich und die Tierärztin hat es mit ihrem ehrlichen Wesen verdient, dass ich hier wirklich mit offenen Karten redete. Sie ist eigentlich die erste, mit der ich über all meine Wünsche, Träume und Ideen geredet hatte. Sie kann das verstehen!

Ich mach doch wirklich immer wieder alles falsch, schon vor zwanzig Jahren, als ich in ihrem Laden und in ihrer Praxis war, wir uns damals noch zu dritt unterhielten, spürten wir das Knistern – sie sagte es nun auch so. Was hätte ich alles aus meinem Leben machen können? Fehler über Fehler, aber um auf dem Teppich zu bleiben  – mein ganzes Leben war immer von meiner großen Liebe überschattet – so ehrlich sollte ich bei all dem doch bleiben.

Und hier nun etwas anzufangen, eben nur weil ich es kann und sie mir im Moment beginnende Gefühle entgegenbringt – irgendwie fühle ich mich da noch immer als schäbiger Verräter, mit anderen Worten, das wird wohl nichts werden. Aber wenn ich hier bin kann man ja mal essen gehen oder was anderes unternehmen, sie ist eine attraktive, schöne Frau – aber eben zu schade als in der zweiten Reihe stehend. Ich muss erst mal mit all meinen alten Gefühlen ins reine  kommen. Sie versteht das! Dafür danke ich ihr.

Nachdem wir in diesem Waldgasthof gegessen hatten, gingen wir im Wald spazieren – eine gute Gelegenheit so vieles miteinander zu besprechen, was auch wirklich wichtig war. Trotz all meiner Vorwände werden wir irgendwie als Freunde in Verbindung bleiben.

Mein Leben soll einfach nie leichter werden….