Wenn ich nachts wach werde ist es immer zur gleichen Zeit. Kurz nach zwei bin ich immer wach. Manchmal gelingt mir das sofortige Wiedereinschlafen, oft aber drehe und drehe ich mich um und komme nicht mehr zur Ruhe. Dann setzt das Grübeln ein, was einem nachts für Gedanken durch den Kopf ziehen! Es wäre schön, wenn man einfach all die alten Gedanken abschalten könnte, die seele ist noch immer nicht fertig damit. Immer wieder dasselbe, was soll ich noch machen, damit Herz und Seele aus diesem Strudel auch heraus finden? Es tut dem Herz und der Seele eh nicht gut, darüber nach zu denken. Und ich würde eh nicht aufdecken, ob mich das alles kaputt macht. So ist das Leben eben. Mein Verstand hat sich längst schon mit den aus der ehrlichen Meinung über mich und alles was mich ausmacht, abgefunden. Es ist halt nur noch nicht richtig im Herz, bei den Gefühlen, angekommen. Ich würde wohl jeden Rat annehmen der mir aufzeigt, wie ich aus dieser Misere heraus finden kann. Verdrängen geht kaum, zumindest nachts stürmt alles auf mich ein, wenn ich früher meistens traumlos geschlafen hatte, passiert es in letzter Zeit so oft, dass ich träume – fast immer dasselbe. Ein Zeichen, dass mein Unterbewusstsein noch immer an diesen Gefühlen hängt. Ein Irrsinn, ich lenke mich mit allen möglichen Dingen ab, wenn ich zur Ruhe komme, kommen die Gedanken und Gefühle wieder.
Ich wollte ein anderes Leben führen, nachdem ich erkannt hatte, wie falsch meine Eheschließung damals war. Und dann kam ein Zeichen von einem Menschen, den ich immer schon mehr als mein Leben liebte. Ich konnte daraus nichts machen, viel zu verworren war mein Leben damals. Ich musste erst mal mein Leben ordnen, bevor ich etwas Neues anfangen konnte, andererseits wollte ich sie auch nicht wieder verlieren. Eine Gratwanderung, die alles zerstört hat, mich oft schwanken ließ, ob dies wirklich richtig ist. Da wurde mein Phänotyp nur noch zur Nebensache, um einen Endpunkt zu setzen.
Ich schreibe schon wieder zu viel, ein Zeichen, dass mich das alles noch irgendwie berührt. Dabei wäre es wohl besser, all das nun ausschalten zu dürfen. Das Verdrängen hat ja eh nicht geholfen.
Ich grübele und ändert kann sich nun doch nichts mehr, aber irgendwie muss das alles raus, früher hat es mir geholfen, wenn ich aufgeschrieben habe, was mich beschäftigte…
Zur Zeit wird auch noch die Aufregung vor der anstehenden OP hinzu, die eigentliche OP ist o.k., die Aufregung besteht wohl eher gegenüber der Narkose. Schließlich möchte ich ja wieder aufwachen.
Am Freitag um fünf fahre ich los, so dass ich gegen acht in der Klinik bin. Hoffentlich gibt es keine Verzögerungen und Komplikationen.
Nun werde ich erst mal frühstücken. Ich gönne mir einen Eiweißshake einen Joghurt pur und einen großen Pott Ingwertee. Anschließend einen Espresso.