Sicher, mir ist schon bewusst, dass jener Mensch, den ich immer voll vertraute, endlich ehrlich sagte dass ich ein schlechter Mensch bin, mit dem man nicht zusammen leben kann. Ich habe dies sofort akzeptiert und mich vollumfänglich zurück gezogen. Nie wieder würde ich selbst deren Kreise stören, das ist vorbei. Und einfach zu vergessen.

Aber mit oder seit dieser Episode, bei der ich doch eigentlich nur eine benutzte Spielfigur, eben eine willfährige Marionette war, geht mein Leben dem Bach runter. Um dem Ganzen die Krone aufzusetzen wurde mir heute mitgeteilt, dass neben meinem Garten eine neue Brücke gebaut werden soll. Bislang war dies eine Fußgängerbrücke,  nun möchte die Stadt und ein Planungsbüro eine Strassenbrücke an dieser Stelle realisieren. Da soll ein Garten und einige andere Gärten weg. Damit ist mein Lebensmittelpunkt zerstört, damit erübrigt sich eine Wohnung in dieser Stadt zu kaufen  – gut , dass ich mich noch nicht entschieden hatte. Es gibt sicher woanders billigere Wohnungen.

Man sagte mir, ich soll entschädigt werden.

In der Stadt gibt es viele Baustellen oder gesperrte Strassen, weil deren Befahrung gefährlich ist. Sollte man nicht erstmal diese Schwerpunkte bearbeiten, bevor man eine Strassenbrücke baut, die nur Sinn macht, wenn man die anliegenden Strassen auch saniert und für den Gegenverkehr entsprechend verbreitert? Wieviel Grundstücke müssen wohl dafür enteignet und abgerissen werden? Für mindestens zwei Strassen sind das 2,5 km Länge. Einen Garten kann man in diesem Land rasch enteignen. Was aber mögen die vielen Hausbesitzer entlang der geplanten Strecke sagen?  Das schlimmste daran aber ist, dass die Verantwortlichen dies den „Geschädigten“ nur auf Nebenwegen zukommen lassen. Das zeigt eindeutig, was der Mensch in dieser Gesellschaft, in diesem für einen geringfügigen Wert besitzt. Die Mehrheit wird nur benutzt, um alle paar Jahre das Kreuzchen zu setzen……