leider wollte mir dies nicht mehr gelingen. Und nun kommt eine Hiobsbotschaft nach der anderen. Das Gespräch gestern mit meinem Arzt und Freund hat mich erst mal ausgeknockt. Gestern war erst mal alles nur noch schwarz. Aber auch damit sollte man leben können. Und, nachdem ich die Nacht nicht schlafen konnte war mir mit der aufgehenden Sonne um kurz nach fünf klarer, was wirklich noch wichtig in meinem Leben für mich ist. Vermutet, dass etwas nicht in Ordnung ist mit diesewr Lunge hatte ich ja schön einige Jahre. Ich schob das einfach immer auf eine Pollenallergie. Vor mehr als zehn Jahren sah man auf der Lunge einen Punkt oder Fleck, den es zu beobachten galt. Das habe ich regelmäßig getan. Leider bin ich nie wegen anderer Anzeichen zum Arzt gegangen. Außer Puste kommen, Atemnot und ekeligen Schweißausbruch rdnete ich dem Übergewicht zu. Jetzt habe ich unter Aufsicht langsam 14 kg abgenommen, die Luftnot bestand nach wie vor. Dann bekam ich eine beidseitige Lungenentzündung, deren Ausbruch ich lange nicht wahrhaben wollte und auch nur mit Pollenallergie abtuen wollte. Als es nicht mehr ging, suchte ich den Arzt auf. Sicher hat sich die Lunge von dieser Entzündung noch niicht vollends erholt. Aber deshalb nun eine solche, fast vernichtende  Diagnose (COPD) zu stelllen, damit kann ich mich wirklich nur schwer abfinden.

Nun habe ich mein selbstbestimmtes Leben wieder, muss auf niemanden Rücksicht nehmen, gesicherte Verhältnisse und soll nun das Rentenalter nicht mehr erreichen können? Es ist ein unangenehmes Gefühl, läßt man sich durch den Kopf gehen, dass das Leben für einen endlich ist, man nur noch berechnete Zeit zur Verfügung hat. Ich konnte mir dies nicht vorstellen. Ich wollte mal mindestens achtzig werden. Und nun? Hängt es an dem bisschen Atemluft, wie lange ich noch mache…..

Nichts, wirklich nichts ist mehr wichtig – natürlich werde ich alles daran setzen, den Zeitpunkt so weit als möglich hinaus zu zögern, kampflos werde ich nicht in die ewigen Jagdgründe eingehen. Doch jetzt muss eine neue Patientenverfügung her, meinen letzten Willen sollte ich schon mal entsprechend formulieren,  irgendwer sollte über meine wichtigsten Dokumente informiert werden…. Das wird nun schwierig, vielleicht macht das auch ein Notar oder Rechtsanwalt. Andere Möglichkeiten habe ich nicht. Oder einfach: nach mir die Sintflut – dann kann ich einfach so in den letzten Tag hineinleben und muss mir keine Gedanken machen. Aber soweit sind wir ja noch nicht. Jetzt mache ich erst mal zu Hause, nein noch daheim (!, zu Hause muss ich mir erst neu organisieren), eine Spirovitaltherapie, im Sommer werden ich ans Mittelmeer fahren, wegen der guttuenden Salzluft, die schlimmsten Monate für meine Lunge sind im Herbst und Winter, Nebel, Luftfeuchtigkeit usw. sind schlecht für die angegriffene Lunge.

Diese Diagnose nun hat mich nicht mehr so aus der Bahn geworfen, wie damals, als ich mit dem Krankheitsbild „Lungenentzündung“ untersucht und getestet wurde und der Verdacht auf diese Diagnose sich herauskristallisierte. Obgleich ich also einigermaßen vorbereitet war, hat mich das Gespräch gestern erschüttert.

Das Gute daran ist wohl, zu wissen, dass ich nun niemanden mehr zur Last falle. Ich habe rechtzeitig alle Verbindungen abgebrochen. Schon die Oma sagte immer, wer weiß wofür das gut ist. Eine Heilung dieser Krankheit gibt es (noch) nicht.

Die wichtigste Aufgabe ist es jetzt eine Wohnung zu kaufen. Das lenkt auch ein bisschen ab, muss diese Wohnung ja neu eingerichtet werden. Dann ist dieses Jahr schon mal geschafft. Der nächste großen Schritt bei Verschlechterung der Lunge ist wohl die Erwerbsunfähigkeit. Dann wird es sehr einsam und langweilig. Denken wir besser nicht daran, und es kann auch ausbleiben. Das wäre dann vielleicht noch besser.