Erst einmal habe ich für meine Nachbarn, für den unangekündigten Besuch und für mich gegrillt, Trauben gepflückt, Käse geschnitten, Getränke serviert. Gegen halb zehn wurde die Runde aufgehoben.
Nun war es wohl an mir, etwas zu dem Abend zu sagen. Fakt ist, auch wenn ich es mir nicht eingestehen möchte, ich möchte keine andere Frau oder Partnerin an meiner Seite. Ich sollte dies mal eindeutig kundtun. Ich bin auch nicht mehr so jung, als dass ich wieder nur Abenteuer suchen müßte. Mein ruhiges, fast sexloses Leben mit der Olga hat mich einfach abstumpfen lassen, als ich das mal ändern wollte, schlitterte ich in die größte Katastrophe meines Lebens. Ich tat dabei Dinge, deren Sinn und Inhalt sich mir heute noch nicht erschließen.
Es ist wohl nun egal, was ich oder ,mein Herz empfindet, ich bin in den Wind geschossen worden und sollte das auch so einsehen und annehmen. Gemildert vielleicht nur durch die ehrliche Beurteilung, deren Inhalt ich nutzte, für mich eine neue Lebensrichtung, eine Zukunft zu finden. Es muss alles gleich sein, vielleicht hätte ich einen kleinen Schritt nach dem anderen machen sollen – so aber gab es mehrere Komplikationen. Einerseits durch meine Diät, andererseits durch die Operationen. Alles mein Verschulden, ich möchte niemanden angreifen.
Aber ich kann nicht einfach etwas abstellen und etwas Neues beginnen. Gefangener meiner Gefühle, beherrscht von meinem Bild, dass ich nunmal noch immer von einer Partnerin habe, eingeengt dürch Wünsche und Gedanken an eine solche erfüllte Partnerschaft – aber auch der Hieb durch die Worte, dass ich nichts wert sein soll, der mich wohl aufwecken sollte, aber der mich an mir selber verzweifeln liess, der mich irgendwie zerstörte; ich bringe es einfach nicht fertig, einfach oberflächlich etwas anderes zu beginnen. Ich mag niemanden anderem in meinem Leben. Und deshalb bleibe ich lieber allein. Es ist schade, dass ich nun schon wieder jemandem dass so deutlich sagen musste – ich kann einfach nicht anders. Ich bin untauglich für eine andere, eine neue Beziehung. Leben, Vorstellung und Wunsch waren mal in einer Person vereint. Nur ich war derjenige der da nicht rein gepasst hat. Daran habe ich zu kämpfen. Mag sein, dass es igendwann mal kein Thema mehr ist. Aber ich werde auch älter, und je länger allein, finde ich, umso eher und besser finde ich mich damit ab.
Freundschaftliche Distanz reicht mir vollkommen aus. Und wenn ich ab und an zu events einlade, kommen auch diese Freunde.
Heute finde ich es gut, dass ich das so klar gestellt hatte. Ich mag keine Heucheleien, ich mag keine Lügen und was daraus wird, wenn man sich etwas vorstellt und wünscht, sieht man ja an mir – ich bin ein zerrissener Mensch. Und das wünsche ich niemandem!