Wofür lohnt es sich nun noch zu überleben, zu leben? Um mich weiter mit der Olga und ihrem ganzen Tross um die Scheidung zu streiten? Um einer richtigen, tiefen und festen Liebe, die in nichts standhielt nach zu trauern? Ich bin einfach von allem enttäuscht. Ich wollte ohne großes Aufsehen, die Scheidung durch ziehen, nun bekomme ich fast täglich Post vom gegnerischen Anwalt, die Polizei kommt ins Haus, es wird u jedes Stück Papier, jede gesammelte Goldmünze, jeden Koi mit gewachsenem „Zugewinn“, jede Versicherungspolice, die was abwerfen könnte, jeden Bausparvertrag, sogar die freiwillige Zusatzrente und meine Aktieneinnahmen, so sie bekant sind, sind nun Gegenstand einer fortwährenden verbal niedrigen Auseinandersetzung.

Gleichzeitig wurde ich einfach von einem nahestehenden Menschen, durch mein schlechtes Verhalten in diesen Tagen,  mir selbst überlassen.

Was also soll ich noch tun? Meinethalben mögen diese Menschen alle Recht bekommen, damit könnte ich einfach mein bisschen Leben aufgeben. Ich wäre bereit, der Olga im Scheidungsstreit alles zu überlassen, was ihr bekannt ist und worauf sie, ihre Schwester und ihr Anwalt Anspruch erhebt. Wahrscheinlich brauche ich es eh nicht mehr. Noch nie habe ich mich so taub, leer und hohl angefühlt. Ich vegetiere nur noch, kann mich nicht konzentrieren, kaum arbeiten, es ist mir alles egal, scheißegal. Es ist wohl nur noch ein kleiner Schritt, wenn ich Alkohol trinken würde, wäre diese Hemmschwelle wohl auch schon ganz schnell überschritten. Ich weiß nicht, was daraus wird. Ich war noch nie so weit unten, und vor allem: ich sehe keinen Ausweg, keine Chance, kein Ergebnis mehr. Am Leben verzweifelt. Leider.