so wurde ich ehrlicherweise dargestellt. Damit werde ich nun leben müssen.

Diese ehrlichen Worte muss ich mir immer mal wieder vor Augen führen, sie sollten mir immer bewußt bleiben und mich anspornen, das Leben zu verändern. Und ich mich nicht hinreißen lasse, was falsches zu tun. Primär geht es um die operative Veränderung und  dem Abspecken, viele andere unausgesprochene Fehler von mir liegen sicher auch ein wenig im Sinne des Betrachters oder des Abstands gewinnen durch die Aussprechende.

Gerne hätte ich dazu eine punktgenaue Antwort, einfach um in meinem weiteren Leben darauf zu achten, damit nicht mehr anzuecken, diese vielen Fehler abzustellen. Leider kam mir keine Antwort zu. Ich finde es schade, schon weil ich sehr gerne hätte darauf reagieren wollen. Wem bedeutet ein so ehrliches Wort zur Veränderung nichts? Ich habe bislang immer  Veränderung selbst herbei geführt, umso besser fand ich es nun, dass mir mal jemand sagt, wie schlecht ich auf meine Mitmenschen wirke. Schade, dass dies nur sehr oberflächlich war, es hätte gern ausführlicher sein können. Sicher hätte ich daraus viel mehr für mich ableiten können.

Ich hoffe, dass ich in dieser Woche noch nach Hause fahren kann. Ansonsten fahre ich am Samstag auf eigene „Gefahr“ – ich muss eh nun warten bis das Infekt abgeklungen ist bevor es weitergeht.

Und zu Hause gibt es auch was zu tun. Schließlich bin ich schon seit dem 14. 02. im Krankenhaus, wenn es auch eine Privatklinik ist.

Zu Hause bleiben viele Dinge liegen, die Hausperle kann nicht alles machen und auch für private Dinge habe ich keine vertraute Person. Aber in den Telefonaten bekomme ich gesagt, dass es mehrere Rechnungen gibt, die bezahlt werden müssen. Ich mag keine Schulden. Der Strom im Garten ist zu bezahlen, die morgige Durchsicht am Auto ist zu bezahlen, der Schornsteinfeger ist zu bezahlen, die Wartung der Gasheizung und die neue Brille sind zu bezahlen. Das ist halt ein kleiner Nachteil, wenn man alleine ist.

Aber auch das muss ja nicht so bleiben. Fakt ist, wenn ich alles hinter mir habe, auch der letzte Akt der Scheidung, sieht das Leben für mich sicher wieder freundlicher aus – ich kann was neues beginnen, allein oder eben nicht. Ist das nun nicht einfach nur egal?

War gerade in der Cafeteria, Kaffee trinken, Kuchen schenke ich mir nach wie vor, die mangelnde Bewegung hier läßt die Pfunde weniger schnell purzeln, auch weil ich hier „kontrolliert“ werde. Man ist der Meinung, dass ich zu schnell abgenommen habe. Aber ich fühle mich im wesentlichen wohl. Blutdruck, Kreislauf und Herz sind ok. Im Dezember war ich bei meiner Kardiologin, die war erstaunt, dass mein Herz sich erholt hat. Der Muskel ganz normal arbeitet. Die Auffälligkeiten aus früheren Untersuchungen sind nahezu weg, die „partielle“ Muskelverhärtung hat keine Auswirkungen und ist in meinem Alter normal und nicht relevant.

Durch diesen Eingriff habe ich nun noch bis Mai Zeit mich aktiv zu erholen.  Und dann fahre ich in den Urlaub ans Meer.  Besser kann es mir nicht gehen…

Im Juli werde ich dann noch mal nach Bulgarien fliegen, einige Dinge beim Notar dort klären, es soll ja alles seine Ordnung haben….

Ich kann also meiner Zukunft erhobenen Hauptes und ohne Ärger entgegen sehen. Abwartend, was das Leben vielleicht noch für mich bereit hält. Und wenn es nichts mehr bereit hält, ich kann auch gerne in Ruhe alt werden. Da mich nichts mehr verpflichtet , werde ich am 30.09. 2020 in Rente gehen, sechs Jahre vor dem eigentlichen Altersrenteneintrittsalter. Länger hätte ich nur aus einem Grund arbeiten wollen, dieser ist nun gegenstandslos geworden. Für mich reicht die Rente, die ich mit einundsechzig und 11 Monaten bekomme. Sparen muss ich nun wohl eher nichts mehr. Nur noch ein bisschen leben….