Langweiliger Nachmittag, warten auf einen kurzweiligen Abend. Vor lauter Langeweile war ich vorhin noch mal in einem großen Einkaufspark um unter Leute zu kommen und einen Kaffee und einen Smoothie zu trinken. Völlerei wäre ja meiner Diät abträglich. Und daran werde ich auch weiter festhalten. Schließlich fand ich die 5 kg Regel für mich gut und einen tollen Anreiz. Auch wenn ich nun weiß, dass dies „nur“ aus Sorge um meine Gesundheit so festgelegt war, nicht, um Nähe zu ermöglichen. Aber auch diesen Grund finde ich auch nachträglich dankenswert.
Die Zeit mag einfach nicht vergehen – 19:30 beginnt das Kino. Ich muss auch nicht noch vorher zu Abend essen, vielmehr gedenke ich nach dem Nachttrödelmarkt in der Bar eine Kleinigkeit zu essen und mal was „hartes“ zu trinken.
Vergessen ist wichtig.
Ich habe bereits die Bestätigung meiner kleinen Urlaubsreise und das Ticket per Mail bekommen. Ein kleiner Lichtblick. Und das Geld, was ich jetzt ausgebe muss dann nicht mehr geteilt werden. Vor mehr als drei Jahren dachte ich, meine Bauchspeicheldrüse gibt ihren Geist auf und ich gehe elendig zu Grunde – das Leben geht seltsame Wege, nun kranke ich an etwas ganz anderem, an etwas, dass ich so nicht erwartet hatte. Aber es ist wie es ist. Und es ist nun auch gut so. Darüber muss nun wirklich kein Wort mehr verloren werden. Gefühle sterben zu lassen hatte ich mehr als vier Jahre Zeit. Das wird ja wohl reichen?
Wieviel Zeit ich in dieses Schreiben über meine alten Gefühle, über all diese Wünsche, die diese mal nur bei mir immer wieder ausgelöst hatten, ein Wahnsinn. erst die Situation an jenem Samstag im September diesen Jahres und wie sie darauf gegen mich reagierte hat mir wohl endgültig die Verklärung genommen. Ich war erschrocken, ob des harschen Tones, der Reaktionen gegen mich – das verhieß für mich nichts Gutes. Ich erkannte, dass ich nie auch nur eine Option war. Nur, warum mochte sie mir dies nicht so deutlich sagen? Was hielt sie davon ab? In ihrem Familien- und Bekanntenkreis blieb sie doch auch beim Legenden erzählen, sobald es um mich ging. Weshalb mochte sie da nicht einfach reinen Tisch machen? Ich werde dies nie verstehen. Zumal ich solch ein schlechter Mensch in diesen Legenden war. Ich ahnte es, keine Frage, deshalb konnte mich dies auch nicht mehr erschüttern. Für die bin ich ein Langweiler und gutmütiger Trottel. Soll es halt so sein, das erspart mir, jetzt im nach hinein etwas zu all den letzten Dingen zu sagen. Ich wollte eine ehrliche Beziehung oder Partnerschaft nach ihren Wünschen, sie konnte wohl eher nicht nein sagen, vielleicht wegen der Aufwendungen. Sicher habe ich das alles falsch gemacht. Aber es ist nun vorbei und auch kein Thema mehr.
Mann, die Zeit läuft einfach nicht – nicht dass ich nun noch sentimental werde. Mich gar der Lächerlichkeit preisgebe? Ich finde ich habe nun erst mal genug vorhersehbare Wunden und sicher kann ich mir auch vorstellen, was daraus gemacht werden würde, hätte ich ob jener Peanuts anders reagiert. Für mich ist Geld nur nachrangig, in meinem Alter sollte man sich solche Sorgen um den „schnöden Mammon“ nicht mehr machen müssen. Leider ist diese Gesellschaft für einen sehr großen Teil da anderer Meinung. Nun dann habe ich wenigstens einen kleinen Beitrag dagegen geleistet. Darüber muss ich nun wirklich nicht diskutieren. Was ich tat ist ok, auch diese kleinen Dinge für die Zukunft mögen so bleiben. Deshalb braucht es ja keinen Kontakt mehr. Und ob ich nun jemanden anderes über eine Organisation unterstütze oder es so organisiere, ist egal. Ich bin eben nur ein armseliger, einsamer Mensch – sie hatte recht.

Ich warte und warte, es ist trotzdem erst 17:49 Uhr. Ich wollte eigentlich mit der Strassenbahn zum Kino fahren, nun überlege ich, zu laufen. Frische Luft, Schritte zählen, Kopf endlich frei kriegen – obwohl mir im Moment so viel durch den Kopf geht, der Tod eines Familienmitgliedes, die Endlichkeit des bisschen Lebens, das Ende meiner Wünsche, die Scheidung, die Wohnung, das Haus in Griechenland, auch mein Geld und die Anlagen, meine Hobbies – ich stelle wohl zur Zeit alles in Frage. Dieses Ende hat mich total aus der Bahn geworfen. Ich schätze, wäre ich jünger, würde mich das, auch obwohl sie mir alles, wirklich alles bedeutet hatte, nicht so aus der Bahn geworfen haben. Ich habe in meinem Leben viele, nach einer echten Beziehung, vor den Kopf gestoßen. Vielleicht war ich nun deshalb auch mal dran?
Auf jeden Fall ahnte ich vorher nichts von all den schlechten Eigenschaften, die ich nun wohl doch verkörpere.
Es hat wohl keinen Sinn mehr darüber zu philosophieren – ich gehe jetzt in die Stadt zum Kino.