Gestern Abend haben wir im Freisitz des Hauses gesessen und ein bisschen gefeiert. Gut dass ich für solche Fälle immer einen extra Grill in der Garage habe. Es ist wieder spät geworden.
Vorhin bin ich aufgestanden und habe erst mal gefrühstückt – Obst und Joghurt, einen Tee und danach einen Espresso. Nachher werde ich aufbrechen, um mich zu Mittag mit Freunden in einer Gaststätte zu treffen. An der Wanderung dorthin wollte ich nicht teilnehmen, um meinen lädierten Fuß noch etwas zu schonen. Ich hatte wohl mit all meinen Bemühungen abzunehmen, meiner Gesundheit, dem Stoffwechsel und wohl auch meinem alter mehr geschadet als genutzt. Ich hoffe aber, dass das alles wieder ins Lot kommt. Man kann eben im Alter nicht über seinen Schatten springen. Und es ist ja nochmal gut gegangen. Das Warnsignal war ausreichend, dass auch ich nun weiß, dass ich nicht mehr der Jüngste bin. Es mag nicht naiv gewesen sein, viel eher ein Ausdruck oder ein Ausweg dieses Gefühles für einen Menschen, das von vornherein durch meinen Phänotyp zum Scheitern verurteilt war. Geschichte.
Es macht keinen Sinn mehr darüber zu grübeln oder gar irgendwelchen Träumen oder Wünschen zu verfallen. Alle meine schlechten Eigenschaften wurden überdeutlich und immer wieder ehrlich vor Augen geführt. Ich fand diese Ehrlichkeit wirklich wichtig für mich. Es ist besser, als schlechter Mensch sein Dasein allein zu fristen, als sich durch grübeln das Leben noch weiter zu vergällen.
Nun werde ich erst mal am Garten vorbeifahren, im Gewächshaus gießen, nach den Fischen sehen und anschließend zum Mittagessen fahren und die Wandergruppe erwarten. Auf andere, eben bessere Gedanken kommen.