und Sonnabend vormittags im Krankenhaus – langweilig. Am liebsten würde ich jetzt in die Stadt fahren, mich irgendwohin in ein Cafe setzen und mich durch beobachten des Geschehens ablenken. Damit kann man auch den Kopf frei bekommen. Aber leider ist das im Moment nicht möglich. Also gehe ich erst mal in die Cafeteria zu einem Kaffee und anschließend in den kleinen Park zwischen den Gebäuden um auf einer Bank ein bisschen zu lesen.
Es zermürbt, wenn man nicht weiß, was los ist. Die Schmerzen im Gelenk lassen kaum nach, gebrochen oder verstaucht ist nichts, also was kann da noch auf mich zu kommen?
Nächste Woche soll der Knochen punktiert werden, vielmehr kann man dann auch nicht mehr machen. Außer diesem Sprunggelenk geht es mir im wesentlichen gut.
Und nun bin ich auch endlich zur Ruhe gekommen. Im Traum und manchen Gedanken arbeite ich vor meinem geistigen Auge all das Geschehene der letzten Jahre auf. Ich habe mich einem Gefühl ergeben und mich damit mit allem was ich tat lächerlich gemacht. Aber ich habe auch meine Freiheit zurück gewonnen. Wenn mich das letztendlich auch finanziell sehr viel gekostet hat. Aber das Geld war es mir wert, jeder Euro, jeder Dollar und jeder Lev. Mit Geld kann man sich kaum Gesundheit kaufen, auch dass habe ich feststellen müssen. Dennoch will ich ob der Gesundheit nicht klagen, mit der letzten OP bilde ich mir halt ein ein anderer, ein „neuer“ Mensch zu sein. Dies trägt zu mehr Selbstwertgefühl bei.
Man kann sich sehr rasch daran gewöhnen, alleine zu leben. Eine Tatsache vor der ich immer ausgewichen bin. Ich war in meinem Leben noch nie so lange allein. Inzwischen erkenne ich das als mein zukünftiges Leben an.
Ich bin zwar allein jedoch nicht einsam. Ich habe noch viele Freunde und Bekannte, wir unternehmen häufig etwas miteinander, verreisen, feiern, wandern, besuchen Veranstaltungen, tauschen uns aus. Für mein Alter kann dies genügen. Mit zunehmenden Alter braucht man sicher auch mal eigenen Freiraum.
Ich sollte jetzt darauf warten und hoffen, was da mit meinen Knochen los ist. Anschließend am 2.6. den Termin für die letzte Operation wahrnehmen und später, nach dem Verheilen aller Wunden, mein Leben neu ausrichten. Und dazu habe ich schon jetzt Lust – ich freue mich darauf.