Wenn ich nun „theatralisch“ wäre, würde ich wohl diesen Post so beginnen. So aber bin ich Realist mit einer materialistischen Weltanschauung. So was kann passieren, auch dass man dabei eben auf dwer Strecke bleibt.
Und es war eine gute Empfehlung, meine Patientenverfügungh zu ändern. Es gab nun keinen, den man um eine Entscheidung hätte fragen können. Allerdings war auch vorher diese Bradykardie bekannt. Und konnte ich ahnen, dass ich seit der kleinen OP am 3.6. oder eben später mit Keimen infiziert war? Die Nacht zum Freitag hat alles durcheinandergebracht, begonnen mit Fieber und Schmerzen, der Zustand hat sich rapide verschlechtert. Mir war dann alles egal.
Viel Aufregung, ein wahnsinniger Aufwand, die Bauchhöhle entzündet.
Ich habe erst am Samstag wieder etwas mitbekommen. Zu Hause wäre es das gewesen. Ich dachte, so ein bißche Zwicken und Zwacken gehört dazu, die Oma pflegte zu sagen, wenn es juckt wird es schon heilen. Und so stark waren die Schmerzen nicht.
Jetzt wird alles desinfiziert, ich bekomme Antibiotika, und sehe die Sonne nur vom Zimmer aus. Sicher wird es diese Woche auch noch so bleiben.
Dabei wollte ich ursprünglich diese Woche nach Kroatien an die Adria fahren. Allein. Es kommt eben immer was dazwischen, im Juli mache ich länger Urlaub – ich fliege nach Bulgarien um verschiedenes zu erledigen, wozu ich einen bulgarischen Notar brauche. Und dann werde ich ein letztes Mal mit meinen Kumpels dort Jagen und Angeln gehen und anschließend meine Jagd- und Angelausrüstung dort verschenken.
Am 22. 7. feiern wir den achtzigsten Geburtstag meiner Mutter. Das hatte ich mir eigentlich anders vorgestellt, aber man kann eben nicht alles haben. Und ich hatte eben kein Glück damit.
Im August oder September habe ich noch ne Woche Urlaub in der ich paar Tage irgend wohin fliegen möchte. Es ist gar nicht so einfach ein schönes Ziel zu finden, in den letzten Jahren bin ich doch viel gereist und rumgekommen. Habe dabei Gefallen gefunden am allein reisen.
Hawaii wäre schön, ist aber Bundesstaat der USA. Also lieber warten bis die Inseln mal unabhängig sind.
Irgend woanders hin in Polynesien? Die meisten Urlaubsorte in Ozeanien oder Transozeanien sind zu teuer. Dann sollte man schon länger dort bleiben als nur 7…10 Tage. Es ist noch Zeit, ich werde mir in aller Ruhe etwas aussuchen können, jetzt, wo ich hier festgehalten werde.
Gestern hatte ich meine Hausperle angerufen, damit sie mir einige Sachen vorbei bringen kann, auch mein Notebook. Was soll ich sonst hier tun? Außerdem habe ich bislang fast niemanden von meinem Malheur erzählt. Die wenigen, die da noch in Betracht kämen, würden sich zu stark aufregen, nach allem, was ich seit Anfang März erlebt hatte. Ich möchte auch nun niemanden beunruhigen. Wie gesagt, schlechte Menschen leben am längsten und Unkraut vergeht nicht. Damit habe ich doch einen großen Pfand in der Hand.
Aber jetzt gilt es erstmal, diesem Haus zu entkommen. Im Moment fühle ich mich ziemlich schwach, aber es wird wieder. Es wurde eine drainage gelegt und desinfiziert.
Nachher gehe ich zur Lasertherapie, ein Verfahren das die Wundheilung verbessern soll – schaden kann es sicher nicht.