meine Lunge dankt es dem Wetter-„gott“. Man kann gleich viel besser durchatmen. Jetzt fühle ich mich auch gleich besser.

Ich habe nun noch viel vor heute Abend. Es stehen noch Besichtigungen an, in den Garten muss ich und laufen will ich auch noch. Meine Steuererklärung muss fertig gemacht werden, da sitze ich wohl heute bis Mitternacht. Es ist ja niemand mehr da, der mich abends stören könnte. Das ist ein Vorteil. Jetzt hätte ich nur noch ein bisschen jünger sein müssen, was ließe sich da alles mit der wieder gefundenen Freiheit anfangen….

Aber so, wie es jetzt ist kann ich sehr frei mit dem bisschen Leben umgehen. Wenn es in drei oder fünf Jahren vorbei sein soll, mag ich nun noch ein bisschen auf der Überholspur leben. Nun so richtig krank fühle ich mich nicht, es ist auch nichts ansteckendes, ist halt nur Atemnot und die Lungenbläschen zersetzen sich, weil sich die Gefäße verengen. Keine richtige Krankheit wie Krebs oder Tbc oder so, nur eine schleichende Verschlechterung der Atmung. Ob ich dann einfach mal ersticke oder ganz einfach verkrampfe und das zeitliche segne? Man weiß es nicht. Keiner kann es mit Sicherheit sagen. Ich weiß nur, dass ich wohl mit letzter Kraft, wenn es denn so weit ist, in die Schweiz fahren werde. Ich mag mich nicht quälen, wenn es dann irgendwann eh keinen Sinn mehr ergibt, und eine Heilung ist eh ausgeschlossen.

Aber jetzt habe ich ja erst mal noch mindestens drei Jahre, oder fünf oder …., die Hoffnung stirbt ja immer (fast) zuletzt. Und ich habe ja mein Leben schon in den letzten Jahren auf Sparflamme gefahren, einsam und allein. Aber das sicher aus freien Stücken, ich brauche also für mich kein Mitleid. Alles was ich erlebt habe, habe ich selbst verzapft. Und das Leben besteht halt aus Höhen und Tiefen.