Ich fühle mich wohl, habe für mich endlich die richtige Entscheidung getroffen. Und das nun ausschließlich allein. Vielleicht wollte ich das so nicht, aber es fühlt sich jetzt erstmal gut an. Ich bin heute Abend in die Stadt gegangen um zu Abend zu essen – allein, von nun an werde ic wohl einsam sein.

Irgendwie war es ein Abschiedsessen, eine Henkersmahlzeit um endlich alte Dinge abzuschneiden. Morgen werde ich mich operieren lassen – diese Operation wird dreigeteilt sein, es werden also zwei weitere Operationen folgen.

Da niemand den Ausgang dieser Eingriffe kennt, habe ich vorsichtshalber vorher vieles versucht zu regeln. Schließlich bin ich mit der Scheidung nur noch gegenüber mir selbst verantwortlich.  Vielleicht habe ich nicht an alles gedacht, aber Patientenverfügung, Organspendeausweis und Testament sind geregelt. Und vielleicht sollte man nicht mit dem Schlimmsten rechnen. Man sagt ja, dass Unkraut nicht vergeht. Ich lass es erst mal auf mich zu kommen. Ich hoffe auf den Erfolg. Irgendwann sollte ich auch mal vom Glück partizipieren.

Alles andere würde ich sowieso nicht mehr erfahren. Und ist es nun nicht auch egal? Ich habe mein Leben irgendwie gelebt. Was ist jetzt noch ein Jahr mehr oder weniger?

Auf jeden Fall ist alles geregelt – auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass es zu Komplikationen kommen wird. Mein Herz ist gesund, die Gefahren der Bradykardie während einer Narkose sind dem Anästhesisten bekannt. Es sollte kaum ein Risiko geben. Und wenn, dann war es Schicksal.