Weihnachten 2016 buchstäblich ins Wasser gefallen. Alle meine Wünsche sind in sich zusammengestürzt, dank meiner Hausperle und ein paar Freunden und Bekannten bin ich wohl vor Schlimmeren erst mal bewahrt worden.

Nach dem gestrigen Abend haben sich ein paar meiner Gäste heute zum Mittagessen verabredet. Es gab Rehrücken, Thüringer Klösse und Champagnerrotkraut. Als Dessert gab es Ananas im Ingwerschaum – das Vanilleeis dazu versagte ich mir wegen der Kalorien.

Kein Wunder, dass wir anschließend trotz Regens uns bewegen mussten, also raus und spazierengehen. Wir waren mehr als 7000 Schritte unterwegs und sind zweimal eingekehrt, zum einen planmäßig zum Kaffee, zum anderen zu einem Grog.

Dabei hatten wir, nein die anderen,  eine verrückte Idee: wir fliegen zum Jahresende nach Marrakesch. Einfach mal orientalisch Sylvester feiern. Begeistert war ich nicht, aber bevor ich hier alleine rumsitze? Wir haben ab Frankfurt gebucht, sieben Plätze und nicht nur ich bin dabei als „Single“ unterwegs. Wahrscheinlich hätte ich unter anderen Umständen nicht dabei mitgemacht. Nun aber ist mir fast jede Ablenkung recht. Und Marrakesch – naja Casablanca wäre mir persönlich lieber undauch besser zu erreichen, aber ich werde mich der Mehrheit unterordnen….

Und, man muss nichts vorbereiten, man darf sich einfach treiben lassen. Das ist einfach nur gut um alles zu vergessen.

Und irgendwie bin ich auch auf diese Stadt gespannt, ich möchte auch gern ein bisschen durch die Strassen schlendern, auf den Basaren feilschen, es gibt wunderbare Gewürze, Kunstgegenstände und vieles mehr. Ich lass mich überraschen.

Einfach ein bisschen treiben lassen und versuchen alles was mich belastet hat zu vergessen.

Sicher wird das nächste Jahr mit all dem, was so Neues auf mich zukommt, besser. Ich hoffe es.

Das Beste im vergangenem Jahr war wohl, das mich jemand aufgeschreckt hat, endlich etwas zu ändern und so zu leben, wie ich es vor mehr als zwanzig Jahren tat. Nicht nur die Arbeit als Lebensmittelpunkt zu sehen, sondern auch selbst zu leben, wieder Mensch mit Wünschen zu sein. Auch wenn diese Wünsche und Gefühle nun  mehr oder weniger eine neue Richtung suchen. Wenn meine Seele und mein Herz dies überhaupt je zulassen. Aber das soll nun auch egal sein. Auf keinen Fall mochte ich je Mitleid. Das Leben ist hart – ich werde in Zukunf das Beste daraus für mich machen. Auch wenn ich nun egoistisch mit meinen Gefühlen und dem was ich haben will umgehen muss.  Ich habe gelernt, dass man, wenn man Verständnis zeigt nur ein Weichei ist. Hart sein kann jeder. Gefühl zeigen nur wenige – das war aber trotzdem falsch.

Ich philosophiere – früher ein Mittel, um jemanden Nähe zu zeigen, heute ein Ding, was mich selbst an mir stört. Sicher werde ich diese sentimentale und / oder romantische Ader vergessen und aufgeben. So was zählt einfach nicht, egal wie ehrlich es gemeint sein sollte.

Das Leben ist eben so. Ich habe es spät kennen und realisieren gelernt. Wohl auch, weil das Leben früher immer so ging, wie ich es wollte – nun endlich scheine ich meinen Meister gefunden haben. Ich bekam gezeigt, dass man nichts mehr ernst zu nehmen hat, es ist alles egal, das Leben geht einfach Tag für Tag an einem vorbei. Soll ich da nun noch etwas ändern? Mir ist das bisschen Leben nun einfach egal.

Gut, ich werde mit Freunden und Bekannten Silvester in Marrakesch feiern. Bedeutet mir dies noch viel? Doch eigentlich nur, dass ich ein Ziel habe und einfach noch nicht in meiner Traurigkeit untergehe…..