Vor vier Jahren war ich jünger, da hätte mir der Scheidungskrieg wohl weniger ausgemacht. Ich hätte dies 2012, auch unabhängig von dem, was damals war, oder auch einfach schon wesentlich früher durchziehen sollen. Rücksichtnahme auf das Umfeld, war mir kein guter Ratgeber. Auch das Geld, die monatlichen Gehälter und all die anderen Einnahmen, können kein harmonisches Zusammenleben ersetzen.
Viel zu lang habe ich wegen des Geldes wohl still gehalten. Die Olga hat nie vom sparen geredet, Geld sammeln war ihr „Credo“. Und die Zahlen sollten größer und größer werden, das hat sie ergötzt. Wahnsinn, dass ich so gänzlich wider all meinen Vorstellungen vom Leben dies alles zwanzig Jahre mitmachen konnte. Es ist schon richtig so, dass ich nun einsam und allein enden werde. Ich glaube nicht, dass es jemanden gibt, der eine ähnlich verkorkste Lebensgeschichte vorzuweisen hat. Auch wenn ich sicher ein wenig drastisch das alles beschrieben habe, aber nur um es deutlicher zu machen und als Warnung.
Ich arbeite seit Wochen täglich ein bis zwei Stunden länger oder vertreibe mir die Zeit, nur um nicht „daheim“ neuen Ärger erleben zu müssen. Und den gibt es jeden Tag. Mal trifft es die Nachbarn, meistens trifft es aber mich. Wenn ich daheim aufschlage, und die Olga achtet am Fenster darauf, wann ich den Briefkasten öffne, weiß ich im Vorfeld bereits, es gibt neue Post von ihrem Anwalt. Krieg an allen Fronten.
Bislang war mir aus bestimmten Gründen wichtig, mein Geld zusammen zu halten. Ergo hatte ich hin und her überlegt, ob ich mir eine neue Wohnung kaufe, später dann mochte ich gar eine Wohnung mieten. Der größere Posten dabei ist wohl die Einrichtung. Ich wollte alle Möbel in der alten ehemals gemeinsamen Wohnung belassen. Manches ist zehn Jahre alt – vollkommen aus der Zeit gefallen. Man mag heute sowas nicht mehr haben.
Auch neu bauen war mal eine Option – bevor die Olga ihre Schwester und einen neuen Anwalt auf das „Scheidungskarussell“, jetzt muss ich tatsächlich „Angst“ haben, dass die nach allem was sie schon veranstaltet haben mehr als die Hälfte, die ich denen gerne gönne, beanspruchen.
Heute war wieder so ein Tag. Und wieder Post vom Gegner: und wieder geht es um Geld, Geld von meinem Konto, da ist seit mehr als fünfzehn Jahren nur mein Gehalt drauf gegangen, die Olga hat ihr eigenes Konto, das habe ich schon seit langen alles getrennt, schließlich haben wir seit eh, eben seit 2002 nebeneinander, niemals mehr miteinander gelebt.Es war mir einfach nicht mehr möglich.
Vor Wochen hat man gar die Polizei bemüht, um meine Unterlagen zu konfiszieren. Jetzt appelliert man wieder, die Scheidung doch geradlinig durch zu ziehen. Nach nichts anderem steht mein Sinn! Aber deshalb muss ich doch nicht mein erarbeitetes Geld denen in den Rachen werfen, die Steuern hieraus möchten die auch nicht zahlen, da wir seit vielen Jahren auf meine Initiative getrennt veranlagt sind. Etwaige Verluste beim Optionshandel oder bei den Aktienpaketen mögen die auch nicht tragen. Die Arbeit habe ich, den Gewinn die Olga – da wird nun wohl noch extra dreckige Wäsche gewaschen, alles Dinge, die ich nicht wollte. Denen ich vorbeugen wollte, was alles eben auch funktioniert hätte, wenn die Olga nicht ihre Schwester für 8 Wochen hergeholt und die beiden keinen Anwalt beauftragt hätten.
Nun sind es noch 121 Tage, dann ist das Trennungsjahr vorbei, ein heiß ersehnter Termin an dem mein Anwalt den Scheidungsantrag bei Gericht einreicht. Das bedeutet für mich, noch 121 Tage intensives abnehmen, es werden wohl keine 75 kg werden bis dahin, aber im nächsten Frühjahr möchte ich die letzten 10…15 kg in Angriff nehmen. Mein persönliches Ziel. Obzwar ich meine Bauchmuskeln trainiere und kaum mit einer größeren Hautfalte nach dem Abnehmen zu rechnen sein soll, nach meinem Arzt, habe ich mich schon mal erkundigt, wo man eine solche Straffung privat durchführen lassen kann, die auch noch bezahlbar ist. Das Gute daran, wenn ich dies noch vor der Scheidung hin bekomme, halbiert sich mir die Rechnung. Wie Du mir, so ich Dir. Und ich habe nie etwas einfach so hin genommen. Die letztendliche Aufrechnung nach dem „Schema“ des gegnerischen Anwaltes wird noch lustig. Da ich nichts weiter vorhabe, muss ich nicht mehr um jeden Pfennig streiten, aber das, was die mir das ganze Trennungsjahr über haben angedeihen lassen, zahle ich mit „unbarer“ Münze zurück. Einen anderen Inhalt als die Vollendung der Scheidung habe ich nicht. Ich kann mich also mit all meiner Kraft gegen deren Strategie wehren. Ich brauche auch auf niemanden mehr Rücksicht nehmen. Ich kann tun und lassen, was ich will. Geht es schief, wirds nur mich treffen. Niemanden anderen. Und das ist gut so.
Bene qui latuit, bene vixit! Ovid hat wohl nicht recht.