Gemessen an dem, was ich zu verarbeiten hatte, war dies eine sehr lange, schwere Woche für mich. Ich kann leider noch nicht sagen, dass mich diese schlechte Meinung über mich so kalt läßt, aber ich kann und werde auch leider nichts mehr dagegen tun können. Also Augen zu und durch. Nun fahre ich nach Hause, rede mit der vielleicht angehenden „Hauswirtschafterin“ und anschließend tue ich das, was ich eigentlich ab morgen tun wollte. Ich fahre ins Wochenende, wie man so schön sagt.
Im Laufe der Zeit werde ich mich sicher von diesen ganzen „Anschuldigungen“ befreien können, leider bleibt wohl immer ein Stachel stecken. Wer hätte dies gedacht, dass ich doch so ein schlechter Mensch bin, der nichts in einer Beziehung fertig bringt….
Gut aber, dass ich schon so alt bin, das erspart mir das verzweifeln an all diesen schlechten Worten über mich. Und vielleicht hat sie ja als einzige recht? Nur ich sehe mich eben im falschen Licht und stelle mich vor meinem geistigen Auge besser dar, als ich bin? Eben mehr Schein als Sein? Ein geflügeltes Wort, was ich früher gern gewählt hatte, um darzustellen, dass sich wer besser darstellen will als er ist. Giese Dinge hatte ich bislang verabscheut – nun soll ich also selbst so einer sein?
Meine ganzen Lebensziele und -ideale hätte ich dann nun aufgegeben. All das, was mich mal als Mensch ausmachte, würde dann nicht mehr vorhanden sein! Was habe ich in den letzten zwanzig Jahren nur mit meinem Leben angestellt. Ich bin sehr tief gesunken und dies alles auch ohne Hilfs- oder Suchtmittel.
Es ist gut, dass ich vor einem Jahr die „Reißleine“ gezogen habe und began, mein Leben zu verändern. Zwar fehlerbehaftet, aber niemand ist eben ohne Fehl und Tadel. Ich bemühe mich wenigstens die Kurve wieder zu kriegen.
Ich wollte nie das sein, als dass mich diese Frau nun abgestempelt hatte.