Seit Februar hatte ich keinen Schlado mehr. Nicht das mir das gefehlt hätte, aber es muss ja alles seine Ordnung haben…
Wider Erwarten blieb an den letzten beiden Tagen das Wetter trocken, so dass ich meine Zeit für den Garten nutzen konnte. Ich hoffe am Freitag und Samstag hält sich das Wetter noch, ich habe zu tun. Und Sonntag vor Mittag werden wir grillen und anschließend nach Schierke aufbrechen. Nun schön wäre es, wenn es trocken bleiben würde. Auch wegen der Walpurgisnacht.
In meinem Urlaub habe ich meinem Knie wohl zuviel zugemutet. Nun ist es stark geschwollen und knackst an allen Ecken. Scheußlich, der Schmerz und das Gefühl, wenn es knackt. Das sind nun schon die Alterswehwehchen.
Nächstes Wochenende werde ich zu einer Koi & Teichmesse fahren, mal sehen, ob mir da der ein oder andere Koi gefällt.
Die Zeit vergeht im Fluge, bald schon haben wir Mai, ausgefüllt mit Gartenarbeit, geht es dann schon rasch über in den Juni, die Zeit des Wartens auf einen festgelegten Termin ist grausam, auch wenn die Zeit eigentlich rasch vorüberzieht. Auch bin ich dann auf das abschließende Ergebnis gespannt, nach dem letzten Eingriff. Funktionierenn soll es ja auch. Jetzt im Mai werde mich wegen meines Gesichtes unters Messer legen, nur eine winzige Korrektur. Auch damit werde ich mir ein bisschen die Zeit kurzweilig werden lassen können. Wenn man so fixiert auf ein Ergebnis ist, kann man die Lösung kaum erwarten. Zumindest die Vorfreude habe ich mir bewahren können im Alter.
Die Rückerstattung durch die KK aus den letzten beiden OPˋs läßt sich Zeit. Es ist noch immer nichts entschieden. Was habe ich da für Anstrengungen unternommen, welch ein Wust an Papieren habe ich da gesammelt, aber es scheint mir Methode zu sein, der Patient soll mürbe gemacht werden, damit er nichts mehr verlangt. Ich konnte und kann meine OPˋs selbst bezahlen. Ein bisschen Gespartes bleibt übrig, noch arbeite ich paar Monate und die ausgerechnete Rente mag mich auch ganz gut ernähren. Alles andere waren eh nur Träume aus einer anderen Zeit, einer anderen Welt. Eine Welt, in deren Mitte oder eben nur am Rand ich mich mit all jenen Attributen meines schauderhaften Charakters wiederfand – und das zu einer Zeit, wo ich doch so viel, und eben alles auf einmal ändern wollte. Ich hatte noch nicht einsehen wollen, wie negativ ich tatsächlich auf meine Mitmenschen wirke. Das bedurfte eines wirklich langen Entwicklungsprozesses. Zum Glück hatte ich eine sehr verständnisvolle und geduldige Erklärerin.
Nun aber bin ich auf mich allein gestellt, nach einem wirklich guten Start und nach fast zwanzig Jahren Ehe und mit all den ehrlichen Worten, die mir widerfuhren und nun ganz sicher meine Zukunft prägen.
Schlado und das Wetter wird immer besser – schade. Wie gerne würde ich nun in meinem Garten sein. Oder noch viel besser: hier alles aufgeben und irgendwo ein Stück Land kaufen und alles zentrieren, also Haus und Garten zusammenführen. So ein größerer Bungalow mit 130…150 qm würde mir vorschweben. Erdwärme und Solaranlage, Smarthome einrichten, Pool im Wintergarten und Sauna – das könnte ich mir für den Rest meines Lebens vorstellen. Ein noch größerer Teich mit meinen Fischen. Bevor das Geld verfällt, sollte ich mit meinen paar Kröten zuschlagen. Schön wärs, aber für wen noch? Nur für mich, das ist zu wenig Antrieb. Aus dem Alter bin ich wohl dann doch schon raus. Aufheben oder gar Sparen muss ich nun nichts mehr. Falls noch was übrig bleibt, wenn ich ins Gras gebissen habe, wird man anhand meines Testaments schon wissen, wem etwas zugedacht wurde. Nach mir die Sintflut.
Aber vielleicht überlege ich es mir doch noch mal anders? Man sollte bekanntermaßen nie „nie“ sagen….