Nach der Visite. Und ich bleibe noch ein paar Tage.  Jetzt sollte ich doch mal die Hausperle anrufen, dass sie mir noch ein paar Dinge bringt. Vielleicht auch mein Tablet, damit ich mehr und schneller schreiben oder eben diktieren kann. Gut das ich ein Einzelzimmer habe. Richtigen Hunger oder gar Appetit habe ich nicht, ich habe mir dennoch aus der Stadt Sushi bestellt. Vielleicht kommen Hunger und Appetit ja beim Essen?

Irgendwie muss es ja weiter gehen. Und freilich werde ich mich nicht aufgeben. Ich habe in oletzter Zeit so viel geschafft, soviel neues auf mich genommen, da wäre es jetzt gemein, wenn all das vorbei sein sollte.

Zum Glück gibt es ja noch immer das Sprichwort, wonach schlechte Menschen länger leben. Nachdem ich dazu gehöre, habe ich mich doch gut damit arrangiert.

Und wenn die Hausperle nichts bringen kann, kann ich es auch nicht ändern. Seitdem ich ihr den Wind ob eines etwaigen Familienanschlusses aus dem Segel genommen habe und ihr mehrmals zu verstehen gegeben hatte, dass  sie angestellt ist mehr nicht, scheint das Arbeitsverhältnis etwas abgekühlt. Ich kann es nicht ändern. Ich will es nicht ändern. Dann bleibt mir halt nichts übrig, als auf dem Handy weiter zu schreiben.  Es kann sich ja auch nur um Tage handeln. Die kriege ich rum.

Jetzt kommt mein Sushi. Dann ist Mittagsruhe – Kaffee – Ruhezeit – Abendessen – Vorbereiten Nachtruhe – Nachtruhe und so reiht sich eben ein Tag an den anderen. Das Leben läuft – und ich lebe noch.