Das Leben geht weiter und weiter. Schön das dies für alle gilt. Und es erlebt wohl ein jeder in seinem Leben Höhen und Tiefen. Wenn es eine ausgleichende Gerechtigkeit gäbe, wäre ich wohl in Zukunft mit den Höhen dran… Sicher meint mein Schicksal das anders, schon allein, weil ich mich selbst in jene Tiefen des Lebens hinein manövriert hatte. Jetzt, nach all der Zeit, und den Erlebnissen der Vergangenheit, ist es ganz leicht zu fragen, was mich wohl geritten hat, mein Leben derart weg zu werfen, zwanzig Jahre auf Sparflamme zu leben. Dies werde ich, auch wenn ich nur noch Höhen erleben würde, nun in meinem Alter nicht mehr einholen können. Damit muss ich nun leben. Ein paar schöne Momente in den letzten vier Jahren durfte ich erleben, frustriert bin ich in der Welt herum gereist. Griechenland, Festland und verschiedene Inseln, Malediven, Dominikanische Republik, Madeira, Teneriffa, fast wäre ich einer Einladung nach Namibia gefolgt, Bangkok, diese Zeit habe ich schon mal für mich gut herum gebracht. Das was ich vor paar Jahren völlig ausgeschlossen hatte, beginnt mir nun zunehmend Spass zu machen.
Da ist es mir um die paar restlichen Jahre nun nicht mehr bange. Ich konnte in den letzten Jahren soviel erkennen, für diesen Weg der Erkenntnis bin ich allen, die dazu beitrugen, ewig dankbar.
Ich konnte erleben, dass das Leben sich wiederholt. Man trifft sich immer zweimal im Leben – sagt man so schön. Ich fand es nicht so prickelnd, diesmal habe ich meine Contenance behalten, zum einen weil ich eh nichts mehr daran ändern kann und zum anderen war ich gefühlsmäßig, am Ort des Geschehens, darauf vorbereitet. Gerne wäre ich an jenem Tag in die Stadt gegangen um Kaffee zu trinken. Schicksal eben, mehr nicht. Irgendwie ist mir etwas abhanden gekommen, so erschrocken war ich an jenem Samstag. Noch heute kann ich nicht zur Ruhe kommen, werde aber Ruhe demonstrieren. Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort – das tut mir leid. Und wieder war es meine Schuld. Ich werde dies nicht mehr mit den Gefühlen, Gedanken und Wünschen von damals zusammen bringen. Das war eine ganz andere Zeit – ich bin nun älter geworden und durch dies alles wohl auch abgestumpfter. Was soll ich in meinem Leben noch ändern wollen, außer meiner Scheidung, die mir wirklich wichtig ist. Und das längste hat es ja gedauert. Im Januar wird vom Anwalt die Scheidung nach dem Trennungsjahr beantragt, soviel Zeit ist nicht mehr, es heißt einfach Ruhe bewahren und alles was bis dahin noch kommen sollte einfach auszusitzen. Der gegnerische Anwalt und die gegnerische Partei haben eh schon ihr Pulver verschossen. Um nun mit weiteren Forderungen durch zu kommen, müssen sie ganz schön tief graben. Ich habe schon seit vielen Jahren alles getrennt, was irgend zu trennen ist. Und ich habe mir alles unterzeichnen lassen. Auch kann ich nachweisen, dass es schon relativ kurz nach der Eheschließung kein solches Zusammenleben mehr gab. Also was sollen nun all die vom Gegner ins Feld geworfenen Trennungsfolgenvereinbarungen, Scheidungsfolgenvereinbarungen? Das lässt mich erst mal kalt, klar, jeder erhaltene Brief des Gegners ärgert einfach, aber ich habe in diesem Jahr dazu so viel erlebt – stört mich das noch? Ich bekomme das hin – allein, wie immer in meinem Leben. Bislang konnte ich noch jede Aktion des Gegners entkräften. Bislang ging das immer aus wie das Hornberger Schießen und ich bin zuversichtlich, die Sache wird so ausgehen, wie ich mir dies vorstellte. In der Trennungsvereinbarung, die ich vorab aufstellte, habe ich niemanden übervorteilt. Ich hoffe, dass die gegnerische Partei das berücksichtigt. Und wenn die mehr wollen oder beanspruchen, was soll es, ich allein werde so viel nicht mehr brauchen – aber meine Ruhe ist mir wichtig.

Viele andere Menschen würden sagen: „Das Leben ist kein Ponyhof“, vielleicht mal kurz innehalten und anschließend einen neuen Weg einschlagen. Ich hatte mir, teuer eine sentimentale Ader erhalten, von der ich nun weiß, dass diese Art nicht in das Leben passt. Jüngst gar wurde dies mit kindlicher Einfalt verglichen. Ich denke mal nicht, dass ich kindisch und einfältig bin, aber ich weiß nun, dass mein Tun mich hat lächerlich erscheinen lassen und zwar auf der ganzen Linie. Und was wollte ich damit bezwecken? Ich denke analytisch und rational das habe ich gelernt und nun ist mir das zum Verhängnis geworden. Nun wollte ich lustig sein, ja auch meinen Gefühlen freien Lauf lassen – das hat mich nur in den Augen der Anderen lächerlich gemacht., nur kindisch erscheinen lassen. Ich wollte so viel und habe auf der ganzen Linie versagt.
Bis vor ein paar Wochen habe ich mich mit Medikamenten in jeder Hinsicht beruhigt. Das führte dazu, dass ich, wider besseren Wissens, alles schwarz gemalt habe und so meine Umwelt oder zumindest einen winzigen Teil meiner Umwelt, vor den Kopf gestoßen hatte. Ein Verhalten, dass ich nun nachdem ich mit den Medikamenten, die eigentlich nur meine ganz normale Libido unterdrücken sollten, aufgehört hatte. Dieses Medikament nahm ich ab jenem Zeitpunkt, als mir klar wurde, dass die mir Angetraute keine Wünsche nach Zärtlichkeiten oder gar Sex hatte. Ich wollte mich nicht quälen, nach zu fragen, ob man sich mal vereinigen mag…. Etwaige Etablissement kamen für mich eigentlich nicht in Frage, so also lebte ich seit 15…16 Jahren de facto „im selbst auferlegtem Zölibat“. trotz Ehe, aber wohl mit einer intelligenten jedoch frigide Noch-Ehefrau.

Warum wohl schreibe ich dies alles? Dies und die beiden neuen Bücher, die übrigens ein ganz anderes Thema berühren, habe ich begonnen zu schreiben, um ganz einfach eine andere Sicht auf das Ganze und viel Abstand zu bekommen. Freilich ist es ein Spagat das zu schreiben, schließlich waren an meinem Leben bis vor Kurzem einige andere Menschen involviert, ich habe aber versucht, deren Anteil an meiner Aufarbeitung meiner Gefühle bis dato weitgehenst zu anonymisieren. Ich habe keine Lust auf Rechtsstreitigkeiten, die sich aus einer Herleitung der Person oder Persönlichkeit durch mein geschriebenes Wort deutlich machen liessen. Andererseits natürlich kann ich nun meine Zeit und mein Alleinsein zum Schreiben nutzen.