Das war ein Tag. Die Rezeptionistin in dem Krankenhaus war belustigt als ich kurz nach halb sieben dort ankam. Nach der Aufnahme habe ich bis halb neun gewartet und dann ging es in den Operationssaal. So viele Menschen umsorgen einen da und man kann sich getrost einfach fallen lassen. Eine Operation mit einer lokalen Anästhesie ist eine schöne Sache. Dennoch war ich ein bisschen angespannt, verkrampft. Um dreiviertel elf war alles vorbei und ich wurde wieder auf die Station gefahren. Nun sollte ich noch 2…3 Stunden reglos aushalten, dann kam der Arzt zur Kontrolle und befand, dass ich nach Hause kann. Morgen muss ich um elf in seine Praxis zur Nachkontrolle. Das entfernte Gewebe, dasss ich eigentlich nur als eine Korrektur vorangegangener Operationen angesehen hatte, war so stark verändert, dass mir der Arzt erklärt hat, dass die Probe eingeschickt werden muss. Nun habe ich in diesem Jahr bereits zweimal Tumorgewebe entnommen bekommen, dabei hat sich der Befund immer negativ gezeigt. Hoffentlich habe ich auch diesmal Glück. Einmal Glück, einmal noch in Behandlung und nun das dritte Mal hauts rein? Ein bisschen Schiß habe ich ja, aber leben will ich auch noch.

Vorhin kam ich zu Hause an, erst einmal hatte ich was gegessen und dann, weil ja niemand mehr da ist, mit dem ich hätte reden können, habe ich mir den Frust von der Seele geschrieben. Aber beeinflussen oder ändern kann ich es wohl nicht mehr. Und dreimal so großes Glück wird es nicht geben.

Und nun erst mal ein Kaffee.