So ein Krankenhaustag fängt schon sehr früh an, gut dass ich von Haus aus schon immer Frühaufsteher war. nn schlecht schlafen, habe noch immer Schmerzen, trotz Mittelchen dagegen. Die Wunde nässt noch immer – ich werde wohl dem Krankenhaus noch eine Weile erhalten bleiben.

Das ganze Jahr zieht sich der kleine Eingriff nun hin, dauernd was anderes, zwei bisher als „bedenklich“ eingestufte Gewebewucherungen inzwischen entfernt, dafür ständig Kopfschmerzen, und Schmerzen in der Bauchhöhle. Kaum auszumachen wo es mehr drückt…

Vielleicht war es falsch, das alles auf mich zu nehmen. Aber als mir das gesagt wurde, war ich am Boden zerstört. Auch wenn das nun nur so ein paar Worte sind, keiner weiß, was diese Worte in mir bewirkt haben. Sicher habe ich vorschnell nach einem Strohhalm gegriffen und alles daran gesetzt, dass ich operiert werde. Bis hin zum selbstzahlen. All das hat mir im Prinzip nichts gebracht. Vielleicht die Erkenntnis, dass ich mein vorher bereits verpfuschtes Leben nun endgültig verpfuscht habe. Nur ein gutes Ergebnis brachte all das für mich – bei all dem erkannte die Medizin, dass sich zwei unterschiedliche Wucherungen in meinem Körper gebildet hatten. Früherkennung durch Infekt nach Operation – und Auslöser zu diesen „lebensverlängernden“ Maßnahmen waren eben diese ehrlichen Worte.

Nun, wieder ein Stück weiter oder entfernter, muss ich mein Leben neu ordnen, es gab ja in den letzten Jahren persönliche Veränderungen in meinem Leben, von Wünschen oder Träumen würde ich mich heute ganz sicher nicht mehr leiten lassen, mit all dem Erlebten hatte ich das hinter mir lassen können. Gefühle sollten damit auch ausgetrieben worden sein. Man kann nur auf sich selbst hören und vertrauen. Ein Problem der gegenwärtigen Gesellschaft und sicher nicht zwangsläufig nur meins.

Ich habe mich an mein neues Leben nun einigermaßen gewöhnen können, finde an manchen Dingen großen Gefallen. Hatte ich anfangs noch immer alte Freunde und Bekannte um mich gesammelt, bin ich nun einen enormen Schritt weiter – ich werde nicht mehr nur um der Einsamkeit zu entrinnen, Feten und Reisen organisieren und bezahlen. Vielmehr habe ich für mich heraus gefunden, ganz allein zu urlauben und mich zu erholen. Das alles ging nur deshalb, weil ich mir jene ehrlichen Worte zu eigen gemacht habe und sich daraus eben solche Fragen ergaben wie, warum habe ich auf einmal (nach der Scheidung)  so viele Freunde? Was würden die für mich tun?  Ich mag nun endlich  allein sein, aber einsam bin ich nicht. Ganz im Gegenteil – aber erst sollte ich mal genesen.

Es zermürbt, wenn man gezwungen ist tagein, tagaus auf ein Ergebnis zu warten. Zumal die Hoffnung scheinbar am seidenen Fädchen hängt. Aber auch in diesen Tagen ist es denke ich besser, allein damit fertig zu werden. Ich bin froh, wenn es nun niemanden mehr gibt, der sich sorgen würde. Auch der Familie habe ich noch nichts gesagt. Ich werde damit allein fertig. Schließlich ist es auch nur mein Leben.

Die Familie verfällt eh zusehends. Das begann, als der Vater starb, hielt sich aber in Grenzen, aber nachdem im vergangenen Jahr mein älterer Bruder verstarb, witterte meine Schwägerin und mein kleiner Bruder Morgenluft. Nun war es denen ein leichtes, die Mutter zu beeinflussen, dass sie ihr Eigentum an die Beiden überschreiben sollte. Und soll ich mich wegen der bescheidenen Habseligkeiten streiten? Mich kostet das nur eine Unterschrift und die habe ich gegeben. Damit liegt auch der Teil meines Lebens hinter mir.

Nun ist gleich Visite, die Schwester hat eh schon gesagt, dass ich heute nicht das Krankenhaus verlassen kann.